Der Tanz um das goldene Kalb macht Pause

Ich werde an eine Begebenheit aus der Bibel erinnert. Das Volk Israel ist in der Wüste. Sie haben die  Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten erlebt und dabei Wunder über Wunder gesehen. Sie konnten sich auf Gottes Wort verlassen. Und dennoch wendeten sie sich von ihm ab. Als Mose, ihr Anführer, auf dem Berg Sinai war um die Gebote Gottes in Empfang zu nehmen, kippte ihr Vertrauen zu Gott. Sie wollten sich ihren eigenen Gott erschaffen, der sichtbar für alle ist. Im 2. Buch Mose, Kapitel 32 können wir es nachlesen.

Sie spendeten ihren Goldschmuck dafür. Aaron, der Bruder von Mose, baute ein Kalb und überzog es mit diesem Gold. Darauf rief das Volk: „das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägypten geführt hat, V.4b. Am nächsten Tag opferten sie ihrem neuen Gott und dann war großes Feiern angesagt, eben der Tanz um das goldene Kalb. Sie vergaßen Gott und waren nur auf sich gerichtet.  Doch ihr neuer Gott hatte nur kurz Bestand. 

Quelle: Wikimedia Commons (CC-BY-SA 3.0)

Das goldene Kalb der Moderne heißt Wohlstand und Wachstum. Egal um welchen Preis, koste es was es wolle. Solange die Aktienkurse steigen, die Regale der Supermärkte gefüllt sind und die Wirtschaft brummt. Alles ist machbar, alles ist gut. Lasst uns feiern und fröhlich sein.

Viele Jahre und Jahrzehnte haben wir darauf vertraut und unser ganzes Sein danach ausgerichtet. Ohne Rücksicht auf die Umwelt, ohne Rücksicht auf die Armen dieser Welt.

Wir haben getanzt und gelacht und alles geopfert für das moderne „goldene Kalb.“ Mehr Wachstum, mehr Wohlstand, was soll schon geschehen, wir sind für alles abgesichert und wir dachten, dass es immer so bleiben wird. Wozu brauchen wir Gott noch?

Doch dann kommt so ein kleines Virus und bringt die ganze Welt ins Wanken.

Und auf einmal streitet man sich in den Supermärkten um Klopapier! Wichtiges wird zur Nebensache und nebensächliches wird ganz wichtig!

Plötzlich wird erschüttert, auf das man bisher sein Vertrauen gesetzt hat. Was bleibt übrig? Wir wissen es heute noch nicht.

Jesus Christus sagt: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen“.

Matthäus 24,35

Die Frage an jeden von uns lautet: Wenn die Krise überwunden ist, geht dann der Tanz von neuem los? Wird das goldene Kalb wieder verehrt und ihm alles geweiht? Fast ist es zu befürchten. Oder lernen wir etwas daraus und besinnen uns auf das was bleibend ist und nie seinen Wert verlieren wird.

Was hat Priorität für mich und mein Leben, wofür entscheide ich mich? Wem schenke ich mein Vertrauen?

Harald Schlegel

Harald Schlegel

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