Berichte

Jeder von uns erlebt diese Zeit auf seine ganz persönliche Art. Wir haben einige Leute aus unserer Gemeinde gefragt, wie sie gerade jetzt Gott erleben und welche Chancen sie in dieser besonderen Zeit sehen.

In all dem Chaos „Samen säen“.

Herausgerissen aus dem Alltag, die persönlichen Kontakte minimiert, die Kinderbetreuung nicht immer ganz einfach und fehlende Gottesdienste um aufzutanken. Das sind die größten Herausforderungen für mich in dieser Zeit.

Aber in all dem darf ich immer wieder staunen, wie groß unser Gott ist, und wie er Gutes aus all dem Schlechten hervorbringt. Der Zusammenhalt der Gemeinde und der Christen allgemein ist so schön und spürbar. Wir werden kreativ :). Unseren Hauskreis ersetzt bei mir vorübergehend eine Zweierschaft über Zoom (ähnlich wie Skype). Der sehr intensive, ganz persönliche Austausch über Erlebnisse und das Wort Gottes ist so aufbauend. Gemeinsam Beten, das motiviert und bestärkt und schürt das Verlangen nach „mehr“! Mehr von Jesus! Wow, ist das nicht gut?

Und die Menschen reagieren teilweise auf so simple Dinge, wie ein christlicher Post oder ein kleiner Impuls per WhatsApp und ich durfte schon die Möglichkeit nutzen und Ihnen von Jesus erzählen.

In all dem Chaos „Samen säen“, das ist doch auch eine tolle Chance für uns!

Svenja Wißmann

So hoch der Himmel ist…

Und doch ist sein Weg in mein Herz so kurz!

Das erlebe ich in der schwierigen Zeit der Corona Pandemie. Am Anfang war dieser Virus noch so weit weg aber in einem rasanten Tempo eilte er immer näher in mein Umfeld und so nach und nach brach dann alles weg. Veranstaltungen wurden abgesagt, Geschäfte, Restaurants und Cafés  geschlossen und private Treffen weitgehend untersagt. Mein gesamtes soziales Netzwerk brach weg.

Mit dieser Geschwindigkeit kam mein Herz nicht mehr hinterher. Es tobte in ihm ein Sturm mit meterhohen Wellen. Mittendrin strudelte ich und schnappte vergebens nach Luft und versuchte mich nur irgendwie über Wasser zu halten.

Zu diesem Zeitpunkt schickte mir ein Freund ein Video, das mich zutiefst berührte und es ließ mich erkennen, dass ich meinen Blick in meiner Angst verloren habe. Ich muss ihn nur wieder auf Jesus richten!! So beruhigten sich die Wogen, ich konnte endlich wieder ins Gebet kommen und IHM danken, dass er mir aus dem Sturm geholfen hat. So zog in meinem Herzen  wieder Sonnenschein, Liebe und Friede ein. Ich kam endlich wieder nach Hause!

P.S.:  Beim Schreiben dieser Zeilen spürte ich so Jesu Gegenwart, dass er mich an das
Kinder-Hasen-Buch erinnerte:
„Weißt du eigentlich wie lieb ich dich hab….“

Silke Kühnbach

Einen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit

Schon ziemlich zu Anfang der „Corona-Krise“ hat mich der folgende Vers aus dem zweiten Timotheusbrief (1:7) „angesprungen“ und ist eine Art Leitvers für mich durch diese Zeit  geworden:

„Gott hat uns nicht gegeben einen Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“

Keinen Geist der Furcht…

Manches in diesen Tagen und Wochen ist eigentlich tatsächlich zum Fürchten.

Aber ich möchte auf Jesus schauen und in die Bibel, wo es immer wieder heißt „Fürchtet euch nicht…“.

Den Geist der Kraft…

Gottes Kraft habe ich in den letzten Wochen immer wieder im stressigen Apothekenalltag erlebt. Ich habe versucht, jeden Tag für sich zu nehmen, und habe oft morgens um Kraft nur für den einen vor mir liegenden Tag gebetet. („Sorgt nicht für morgen…“) Und wirklich,  abends konnte ich eigentlich immer nur Danke dafür sagen, dass Gott mich mit Kraft für den Tag, alle Aufgaben und Begegnungen beschenkt hat.

Den Geist der Liebe…

Gerade in Krisenzeiten tut es so gut, wenn man kleine Zeichen der Liebe bekommt und welche weitergeben kann. Ich glaube, wenn Menschen den liebenden Vater nicht kennen der für sie sorgt, ist die Gefahr groß, dass man in Panik verfällt und nur für sich selbst zu sorgen versucht. Gottes Liebe und Fürsorge aber macht uns frei, auch den anderen zu sehen. Es tut gut, sich mit anderen auszutauschen und sich gegenseitig zu ermutigen durch Worte oder kleine Aufmerksamkeiten.

Den Geist der Besonnenheit…

Gottes Geist hilft uns, „in der Spur zu bleiben“. Wir müssen uns weder leichtsinnig   verhalten noch panisch werden. Wir müssen auch nicht alles glauben, was uns in den Medien präsentiert wird. „Besonnen“ zu sein, schließt für mich auch mit ein, dass ich entscheide, womit ich mich in dieser Zeit „füttere“ und womit nicht.

Auch wenn ich zugeben muss, dass ich manchmal am liebsten die Zeit um ein paar Monate vordrehen würde, glaube ich doch, dass diese Krisenzeit auch viel Gutes bewirken kann, wenn ich es zulasse. Es ist einfach eine Tatsache, dass der Mensch Gott oft mehr oder auch zum ersten Mal sucht, wenn ihm die Kontrolle entgleitet und er/sie feststellt, dass er/sie Hilfe braucht.

Annette Krauth

Eine große Chance

Ich persönlich erlebe diese Zeit für mich als eine große Bereicherung und Chance für mein Glaubensleben, da ich merke, dass ich die Möglichkeit habe intensiver Zeit mit Gott zu verbringen. Zum Beispiel, indem ich mir mehr Zeit fürs Gebet und  Bibellesen nehme und meinen Fokus neu auf ihn ausrichten darf. Mir tut es sehr gut, in dieser Zeit mich auch mit christlicher Literatur auseinanderzusetzen, wofür man im stressigen Alltag unter der Woche meistens weniger zeitlich qualitative Möglichkeiten findet. Ich kann mich in Ruhe damit auseinanderzusetzen und Gott so einen weiteren Raum bieten zu mir sprechen zu können.

Ich sehe diese Zeit trotz der ganzen schlimmen Umstände und Auswirkungen als eine große Chance an, das Evangelium weiterzugeben und diese spezielle Zeit somit sinnvoll zu nutzen. Viele Menschen kommen meiner Ansicht nach in dieser Zeit zum Nachdenken über den Sinn des Lebens, sind offener für tiefgründigere Themen und zeigen mehr Interesse an Glaubensthemen. Trotz der aktuellen notwendigen Sicherheitsmaßnahmen kann Gott auf so viele neue und unterschiedliche Art und Weise wirken, wie beispielsweise durch kleine Bibelverse als Impulse. Ich habe in meiner Umgebung verschiedene ermutigende Bibelverse verteilt und vor meinem Fenster einen davon sichtbar ausgehängt. So kann ich immer gleich für die Menschen beten, wenn ich sehe, dass sie sich den Bibelvers durchlesen.

Ich habe persönlich auch feststellen dürfen, dass ich eine dankbarere Haltung gegenüber Gott bekommen habe, weil ich sehr viele wichtige Bestandteile meines Lebens, und Dinge mit denen ich so reich beschenkt bin, viel mehr zu schätzen weiß und sie keine Selbstverständlichkeit mehr sind.

Tabea Schmidt

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